Aus der Praxis des Personal Trainers Teil 2

Im Frühjahr 2011 erhielt ich eine E-Mail über meine Webseite mit folgenden dem Inhalt:

 

Hallo Herr Hoffmann,

 

meine Name ist …………., ich bin 46 Jahre alt und habe nun ca. 25 Kilogramm Übergewicht. Vor ca. 4 Jahren waren es ursprünglich nur ca. 11 Kilogramm, darum begab ich mich damals in ein Fitness-Studio. Meine Erfahrungen bisher sind sehr unbefriedigend, da ich immer dicker wurde anstatt abzunehmen, trotz dass ich mir einen Trainer leistetet bzw. in den Jahren das Studio wechselte und verschiedenste Trainer hatte. Da ich nun kein Vertrauen mehr in Studios habe, frage ich Sie als Personal Trainer, können Sie mir helfen meine Wunschfigur zu bekommen?

Leider ist mein Budget für Sie begrenzt.

 Ich beantwortet die Mail kurz, das ich keine Pauschalangabe dazu machen könnte und das ein persönliches Gespräch dazu nötig sei, mit der Bitte um eine Telefonnummer um einen Termin zu vereinbaren. Kurzum wurde ein Termin vereinbart für ein erstes Beratungsgespräch.

Der erste Termin

 An besagtem Tag fuhr ich zum Termin, und mir öffnete eine recht attraktive und lächelnde Dame, obwohl ich eher etwas anderes erwartet hatte. Die Dame schilderte in präzisen Worten was sie in den letzten Jahren in gewissen Fitnessanlagen erlebt hatte und legte mir diverse Trainingspläne und Ernährungspläne vor. Ich fragte nach einer Anamnese und den Nachhaltigkeitskontrollen. Sie schaute mich mit großen Augen an, und sagte : Ja einen Fitness-Check habe man immer mit ihr gemacht, Nachhaltigkeitskontrolle hat niemand mit ihr gemacht.

Die mir vorgelegten Trainings- und Ernährungspläne waren nicht nur einfacher Standard nach „Schema F“, sie waren eher irgendwoher herauskopiert.

Ich erläuterte der Dame in kurzen Worten, dass wir hier alles komplett von vorne machen müssen damit sie nun endlich zum Erfolg kommt.

Das hieß für Sie Anamnese, Fitness-Check, Ernährungs-Check.

Da das Budget ja begrenzt war, fragte ich dezent nach was denn zur Verfügung stünde. Trotz dass die Dame schon einiges investiert hatte, war es ihr gelungen doch ein recht gutes Budget zusammen zu sparen, obwohl sie eine einfache Büroangestellte eines größeren Düsseldorfer Konzerns war.

Das Budget reichte kalkulatorisch für knapp 4 Monate. Sie fragte nach ob wir das denn in dieser Zeit schaffen würden. Ich sagte es kommt ganz darauf an ob sie bereit ist, das zu tun was ich von ihr verlangen werde. Sie schaute etwas verschreckt mit recht großen Augen. Ich fügte hinzu, dass sie schon mit einigen Veränderungen in dieser Zeit vorlieb nehmen muss um Erfolg zu haben.

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 Der Fitness-Check

Bei der Anamnese und den Checks stellte sich nur eine leichte Unterfunktion der Schilddrüse heraus. Fit, beweglich und kräftig war die neue Kundin.

Bei der Ernährung stellte sich dann schon ein Fehler heraus, der fast immer gemacht wird. Frau startet ihren Tag meist ohne Frühstück. Ansonsten nur einige Süßigkeiten und etwas Wein am Wochenende. Wir vereinbarten für die nächsten 8 Wochen 3 Termine je Woche.

Die ersten Trainingseinheiten

Die Kundin war fitter als ich vermutet bzw. sich im Fitness-Check herausgestellt hatte. So konnte ich die Belastung schon in der dritten Woche auf ein Level anheben das es in sich hatte und ihr so einiges abverlangte. Mit dem Core-Performance Training hatte sie bisher keinerlei Erfahrung. Sie fühlte sich jedoch nach jeder Trainingseinheit gut, denn am Ende sagte sie mir sehr häufig, das ich ein Talent hätte sie so zu motivieren das es auf den Punkt genau richtig ist. Sehr anstrengend, aber ich fühle mich nicht überfordert.

 Die Nachhaltigkeitskontrolle

Die Nachhaltigkeitskontrolle nach dem ersten Monat ergab 6,7 Kilogramm Gewichtsverlust und eine Reduzierung des Bodyfat um 4,5% von 38,3 auf 33,8%. Sie konnte es kaum glauben und war ziemlich stolz auf sich. Von mir erhielt sie natürlich auch ein dickes Lob.

Derart motiviert fragte sie mich nun ob sie denn auch zusätzlich noch einen Tag Schwimmen gehen dürfe. Ich stimmte dem zu und sagte ihr, dass sie bitte ihre Pulsuhr dazu benutzen möge, damit sie in der richtigen Trainingsherzfrequenz trainiere und die zu schwimmende Strecke mindestens 1500 Meter sein solle. Das entspricht einem Laienschwimmer, der dafür  ca. 45 Minuten benötigt.

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 Monat 2

Am Ende des zweiten Monats fehlten dann sagenhafte 7,8 Kilogramm und weitere 4,1 % Körperfett. Mittlerweile waren die Ergebnisse deutlich sichtbar. So kam es das sie im Kollegenkreis und von Freunden gefragt wurde, was denn plötzlich los sei ?

Sie sähe so schmal aus. Ob sie krank sei. Ihre Antwort war anders als es alle erwartet hatten. Sie sprach über ihr Training und ihr verändertes Ernährungsverhalten, und wie einfach es ist sich beim Essen umzustellen. Sie würde aber nicht diäten, sondern sich satt essen können. Die Meinungen über das was sie tat waren sehr geteilt. Ungefähr zwei Drittel fanden das wohl doch weit überzogen sich dafür einen Personal Trainer zu buchen, schließlich gäbe es doch wohl genügend Diätdrinks im Reformhaus und Joggen täte es auch. Das andere Drittel beglückwünschte sie zu ihrem Erfolg.

 Die Kundenempfehlung

So kam es dann auch das ich durch sie noch 2 weitere Kunden dazu bekam, die ähnliche Probleme hatten. Für diese beiden Kundenempfehlungen schrieb ich dieser Kundin einige Stunden gut.

Im dritten Monat verlor die Kundin zwar nur 4,5 Kilogramm und das Bodyfat sank auch nur um weitere 3,0 %. Dafür verantwortlich war eine deutlich stärkere Muskulatur. Jedoch zeigte sich der Erfolg bei der Kleidergröße ganz erheblich. Aus einer 44/46 war mittlerweile eine lockere Größe 40 geworden.

Am Ende des 4 ten Monats kamen noch einmal 3,8 Kilogramm Gewichtsverlust und 3,8% Bodyfat-Reduzierung hinzu. Allerdings war die Kleidergröße nun eine lockere Größe 38. Bei einer Körpergröße von 1,75 m war das völlig in Ordnung, denn nun stimmten die Proportionen dazu.

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Das Endergebnis

Das im Resultat eigentlich noch 2,2 Kilogramm fehlten um die angestrebten 25 Kilogramm zu erreichen, war eher unwichtig für die Kundin. Sie hatte das was sie wollte erreicht, und nur das zählte für sie. Von nun an betreute ich sie noch 2 Mal die Woche auf eigenen Wunsch, um noch einige Feinheiten und andere Übungen zu trainieren, denn sie hatte ja noch einige Stunden in der Gutschrift aus ihren Kundenempfehlungen.

Die Kundin hat ihr Ziel in der von mir vorauskalkulierten Zeit erreicht, und das war nur in gemeinsamer Arbeit möglich und durch das Umsetzen meines Ernährungskonzeptes. Jede/r Kundin ist individuell, und somit auch ihr Stoffwechsel und ihre Konstitution. Erfolg ist nur möglich wenn alle Parameter erfüllt werden ohne Wenn und Aber. Sie trainiert heute noch regelmäßig 2 – 3 Mal die Woche selbsttätig, und genau das ist das Ziel von Personaltraining. Den Kunden soweit motivieren das er Spaß an Bewegung findet und nach der gemeinsamen Zeit selbsttätig weiter trainiert und sich an gewisse Ernährungsprinzipien hält. Natürlich habe ich auch Kunden die wünschen eine Dauerbetreuung, das ist jedoch eher die Ausnahme. Diese Klientel ist sehr speziell, denn sie sind durch ihren Beruf nicht in der Lage das selber zu planen und zu organisieren.

Euer Personal Trainer

Wolf Hoffmann, Düsseldorf/Meerbusch

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