Personal Training vs. Virtuelles Training

Auf der diesjährigen FiBo in Köln werden die neusten Trends in Fitness und Bodybuilding vorgestellt. Unter anderem das Virtuelle Training mit speziellen Brillen vor einem 270° Bildschirm das dem Sportler das Gefühl geben soll, er wäre live in der Natur und fährt zum Beispiel mit seinem Mountainbike einen Berghang hinunter, oder er würde Fallschirmspringen. Manch einem mag das ja einen riesen Spaß bescheren und es ist für ihn ein tolles Erlebnis weil es für ihn niemals möglich wäre durch den Grand Canyon zu fahren. Schon im letzten Jahr stellten namhafte Aussteller etwas ähnlich vor, das ich natürlich getestet habe.

Mir wurde die Möglichkeit geboten auf einen Fahrrad (Ergometer) einen Berg in den Anden hinter zu fahren. Auf dem Ergometer war ein Display montiert auf dem ein entsprechendes Video abgespielt wurde, dazu bewegte sich der Ergometer genauso so im Takt, das ich jede Erschütterung spüren konnte. Zeigte das Video einen Abschnitt in dem es Bergauf ging, so wurde das Treten erheblich schwerer, fuhr ich bergab hatte ich das Gefühl das es bergab ging, das Ergometer neigte sich nach vorn und der Widerstand verringerte sich erheblich.

Mountainbike
Mountainbike

Ich fand das schon ganz spannend was möglich ist. Jedoch fehlten mir der Fahrtwind im Gesicht und am Körper, der Geruch der Natur und der pure Sauerstoff. Dazu kam ein Preis ab 10.000 €. Ganz schön teuer dafür dass ich eigentlich nur etwas vorgegaukelt bekomme obwohl ich in einem geschlossen Raum bin in dem nicht ausreichend Sauerstoff vorhanden ist weil sich sehr viele Menschen darin aufhalten die Sauerstoff einatmen und CO² ausatmen.

Sauerstoff ist ein elementarer Faktor im Fitness-Training, der massgeblich für die Leistungsfähigkeit des Sportlers verantwortlich ist.

Absolvieren Sie doch einmal Ihr Trainingsprogramm auf einem Berg in 2500 Meter Höhe. Ihnen wird vorzeitig die Puste ausgehen. Wenn Sie 6 Wochen Ihr Programm dort oben absolviert haben, dann werden Sie auf Meeresspiegelhöhe umso leistungsfähiger sein.

Zusammensetzung von Umgebungsluft
Zusammensetzung von Umgebungsluft

Ähnlich verhält es sich in einem Raum im Fitness-Studio in dem 50 bis 60 Personen gleichzeitig auf einem Ergometer oder Spinningrad sitzen.

Derzeit ist im TV immer wieder Werbung von Prominenten die sich als Fitnesstrainer ausgeben. Fraglich ist, wie viele von ihnen ein Studium absolviert haben in dem Trainingswissenschaften, Sportmedizin, Anatomie und Physiologie vorkamen. Hier wird dem Volk weiss gemacht es könne online bzw. virtuell selber nach Videos trainieren.

Aus der Praxis

 Aus meiner jahrelangen Praxis kann ich Ihnen verraten, dass heute so gut wie niemand mehr einen korrekten Übungsablauf in folgenden Übungen ohne Aufsicht verrichten kann. Kniebeuge, Ausfallschritt (nennt sich heute Squat), Liegestütz, Rumpfbeuge. Von Klimmzügen will ich gar nicht sprechen, denn je nach Körpergewicht schaffen 95% noch nicht einmal einen einzigen Klimmzug.

Von einem Sideplank (seitliches Rumpfheben im liegen) will ich erst gar nicht sprechen.

Sideplank - eine Übung aus dem Core-Performance Training
Sideplank – eine Übung aus dem Core-Performance Training

Wie wollen dann Menschen sich ein Video im Internet oder Fernsehen anschauen, dazu Parallel die gezeigte Übung korrekt ausführen wenn das noch nicht einmal unter Aufsicht eines Personal Trainers funktioniert.

Koordination

 Beobachtet man Menschen im Straßenverkehr wie sie mit dem Auto fahren und dabei telefonieren – natürlich mit Freisprechanlage, einen Keks essen oder eine Zigarette rauchen, dann fällt einem schon dabei auf das die Koordination nicht mehr wirklich funktioniert, denn der/die Fahrerin können kaum noch die Spur halten. Auch schon allein die Konzentration auf die Stimme ihres Navis überfordert sie, festzustellen dass die Leute hektisch lenken und genauso hektisch ihr Blick zwischen Straßenschildern und dem Bildschirm des Navis hin und her wandert.

Aufgabe des Personal Trainers

Aufgabe des Personal Trainers im Training ist es in erster Linie darauf zu achten das alle Bewegungsabläufe korrekt ausgeführt werden, dazu kommt den Kunden so zu motivieren das er die volle Anzahl von Wiederholungen absolviert und das der trainierende Kunde in der richtigen Trainingsherzfrequenz trainiert.

Absolut korrekte Bewegungsabläufe schützen den Sportler vor Verletzungen und Fehlbelastungen. Bei falschen Bewegungsabläufen können sich Sportler die allein trainieren schwer verletzen. Überdehnung der Bänder und Sehnen sind hier noch das harmloseste. So manch einer hat sich im Selbstversuch schon einen schweren Bandscheibenvorfall zugezogen. Dazu kommen natürlich auch Leute die völlig übermotiviert sind und glauben viel hilft viel. Sie trainieren schon gleich zu Beginn zu hart und zu viel. Wer viel Jahre nichts getan hat, überfordert hier seinen Herzmuskel extrem. Ist das Herz erst einmal geschädigt, wird es sehr problematisch mit Sport treiben. Es ist besonders wichtig in der richtigen Trainingsherzfrequenz zu trainieren, und das können Ihnen nur Personal Trainer oder Ihr Arzt sagen was für Sie richtig ist.

Jedoch ist auch bei Ärzten Vorsicht geboten, denn es gibt hier einige die es sich sehr einfach machen und behaupten das seien immer 130 Schläge pro Minute. Die Trainingsherzfrequenz ist für jeden grundsätzlich individuell und muss errechnet werden.

Anleitung zum korrekten Übungsablauf, hier Kniebeuge mit dem Gymstick
Anleitung zum korrekten Übungsablauf, hier Kniebeuge mit dem Gymstick

Vorgestellt werden immer wieder Trainingsmethoden, bei denen behauptet wird man bräuchte nur 1 bis 2 mal pro Woche 20 Minuten trainieren um das gleiche Ergebnis zu erzielen wie jemand der 3 bis 4 Mal die Woche 60 Minuten trainiert. Das ist völliger Unsinn, denn niemand ist in der Lage gleichzeitig so viele Muskeln und Muskelfasern zu bewegen dass ein derartiger Kalorienverbrauch einsetzt. Das würde bedeuten, dass eine extrem hohe Herzfrequenz nötig ist, diese jedoch zu einer Überlastung des Herzmuskels führen würde. Zudem würde man im Anaeroben Bereich trainieren, das heißt Energiegewinnung ohne Sauerstoff (siehe Atmungskette, Zitronensäurezyklus).

Hobbysportler wären in jedem Fall überfordert. Dass effektivste Fitnesstraining, bei dem am meisten Muskeln im Einsatz sind und bei dem mehr Faktoren eine tragende Rolle im Kalorienverbrauch spielen ist das Aqua-Training. Hier können Anfänger zwischen 500 bis 600 Kalorien pro Stunde verbrennen, gut trainierte Menschen kommen hier auf 800 bis 1000 Kalorienverbrauch pro Trainingsstunde. Einer der Gründe ist, das Wasser eine um 800-fach höhere Dichte hat als Luft. Aqua-Training wird gerne als Mädchensport bezeichnet, was es garantiert nicht ist. Hier haben schon Männer von beachtlicher Statur die Flügel vor Ende der Trainingsstunde gestreckt.

 

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Aqua-Training, besonders gelenkschonend

Ein virtueller „Trainer“ kann Sie nicht motivieren, kann Ihre Bewegungsabläufe nicht beobachten, geschweige denn korrigieren, das ist und bleibt eine unumstößliche Tatsache an der niemand vorbei kommt.

 Was glauben Sie warum alle Profisportler mit einem persönlichen Trainer ihr Training absolvieren?

 Antwort: Zum Schutze ihrer Gesundheit und um größtmöglichen Erfolg zu haben.

Die effektivsten Trainingsmethoden finden immer noch draußen in der freien Natur mit dem eigenen Körper statt, denn mehr Sauerstoff geht nicht und Ihr Körper/gewicht ist Trainingswiderstand genug.

Personal Trainer Wolf Hoffmann

Düsseldorf/Meerbusch

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