Hinter jedem starken Mann steht …

Im Mai 2011 erhielt ich zu später Stunde, ca. 22 Uhr, einen Anruf einer Dame.

Guten Abend Herr Hoffmann, meine Name ist ………

Ich habe folgendes Problem: Mein Ehemann betreibt ein großes und sehr erfolgreiches Unternehmen in Düsseldorf. Zu meinem Bedauern schafft er es kaum sein Büro vor 22:30 Uhr oder 23:00 zu verlassen. Er ist jetzt 40 geworden, hat zwar keinerlei gesundheitliche Probleme, bis auf ein paar Kilogramm zu viel, jedoch würde ich Sie gerne für uns als Personal Trainer engagieren. Wie ich auf ihrer Webseite gesehen habe bieten sie auch Paartraining an. Ich bin eher sportlicher Natur und mein Mann hat noch nie in seinem Leben Sport getrieben. Mittlerweile hat er ziemlich hängende Schultern und er hat seit je her einen sehr lässigen, wenn nicht eher schlabberigen Gang. Dazu ganz ehrlich gesagt, hätte ich ihn gerne 2 Mal pro Woche eher aus seinem Büro zuhause. Ich habe ihm das so verkauft, dass wir beide ein wenig Prävention betreiben sollten.

Ist es für sie möglich uns bei dieser Konstellation gemeinsam zu trainieren?

Meine Antwort: Natürlich ist so etwas möglich. Dazu müssten Sie Frau …………. Ihre Energie bei einigen Übungen vermutlich etwas zügeln um Ihren Mann nicht gleich zu Beginn zu demotivieren. Wenn wir das Ganze mit ein wenig Spaß garnieren dürfte das funktionieren. Es wurde ein Termin für das kommende Wochenende vereinbart.

 Das erste Gespräch

Nach einem ca. 20 minütigen Kennenlerngespräch folgte die Anamnese, der Fitness-Check und die Erfassung der Ernährung. Für beide sah das recht ordentlich aus, auch auf der Ernährungsseite.

Wir vereinbarten gleich mehrere Termine für die folgenden Wochen.

Der Start

In den ersten Stunden stellte sich dann heraus, dass die Dame des Hauses sportlich doch ganz schön fit und beweglich war, wohin gegen der Gatte doch einige Probleme mit Koordination und Motorik hatte. Das machte sich vor allem bei Übungen bemerkbar bei denen der eine dem anderen folgen musste oder als Widerstand zur Verfügung stehen musste.

Anleitung zum korrekten Übungsablauf, hier Kniebeuge mit dem Gymstick
Anleitung zum korrekten Übungsablauf, hier Kniebeuge mit dem Gymstick

 Vorbild und Anleitung

 Da der gute Ehemann immer wieder in alte Bewegungsmuster verfiel, änderte ich das Konzept ein wenig ab. Je nach Übung machte ich die Übung mit seiner Frau oder alleine vor. Bei einigen Übungen führte ich entweder Arme oder Beine. Vor allem wenn Arme oder Beine sein Sichtfeld verließen wurde es problematisch. Der Mann besaß so gut wie kein Körpergefühl, das macht es besonders schwierig. Selbst meine Fragen nach Muskelkater wurden oft verneint. Für mich schon fast nicht zu glauben. Da es mit der Koordination immer wieder Probleme gab, obwohl ich/ wir es vormachten musste ich mich mit den Übungen häufig auf die Basics beschränken.

 Ursachenforschung

 Wir trainierten nun schon im fünften Monat, teilweise klappte es gut bis sehr gut, und dann wie aus dem Nichts, fing ich fast wieder bei null an. Ich suchte das Gespräch mit beiden und wollte wissen woran das liegen kann dass es so sehr wechselt. Man sagte mir dass es absolut nichts mit mir oder den Übungen zu tun hätte und ich mir keine Sorgen zu machen hätte. Das beschäftigte mich jedoch sehr, da ich bisher einen solchen „Fall“ noch nie hatte. So griff ich am nächsten Tag zum Telefon und rief die Dame des Hauses an und ich fragte noch einmal nach. Sie versicherte mir dass es wirklich nichts mit mir zu tun hätte, erwähnte aber dass es wohl in der Firma ihres Mannes einige Veränderungen gab und sich dabei Verzögerungen einstellten, die ihm nicht wirklich gefielen.

Mir war zwar hin und wieder einmal aufgefallen das er sich ab und zu bei Gesprächen sehr zurück hält oder für die eine oder andere Übung nochmals nachfragte. Ich hielt das Verhalten allerdings für völlig normal. Wer ist schon über Monate immer bester Laune und permanent zu Späßen aufgelegt.

Vor diesem Hintergrund kam ich zu dem Entschluss, der Mann bringt seine Arbeit mit nachhause und lässt ihn auch während des Trainings nicht los.

Da ich so etwas aus meinem Berufsleben kannte als ich noch Angestellter war, musste ich mir nun etwas einfallen lassen. Am Ende einer Trainingsstunde fragte ich dann ob er denn Spaß am Training hätte und  wie er dem Boxen sportlich gegenüber stünde. Die Antwort war ziemlich nüchtern.

Fitness Boxen
Fitness Boxen

Spaß, na ja! Es täte ihm zwar gut zu trainieren und er schaue zwar im TV Mal zu beim Boxen zu, aber Boxen interessiere ihn nicht wirklich. Innerlich machte es bei mir nun Rums, ließ mir jedoch nichts anmerken. Auf die Frage ob wir denn am Ende einer Trainingseinheit 5 bis 10 Minuten ein wenig Boxen wollten, kam die trockene Antwort: Können wir versuchen. So brachte ich zum nächsten Termin Boxhandschuhe und Pratzen mit.

 Die Veränderung

 Am Ende der Trainingsstunde sollte es für mich eine Überraschung geben. Ich erläuterte was ich mir vorstellte und half beim Überziehen der Boxhandschuhe. Ich zog mir die Pratzen an, wir begaben ins in Position und er legte los so wie ich es ihm erläutert hatte. 60 Sekunden boxen, 30 Sekunden Pause, und das Ganze von vorne bis ich stopp sage.

Ich hatte ja mit allem gerechnet, nur nicht mit dem was jetzt auf mich einprasselte. Der Mann besitzt eine Schlagkraft die ich ihm nie zugetraut hätte, dazu traf er recht präzise den Punkt auf den Pratzen. Nun hatte ich wirklich was zu tun um mich gegen seine Schläge zu stemmen. Er verlangte mir ganz schön etwas ab. Seine Schläge trafen 4 Runden lang hart, so hart das ich höllisch aufpassen musste falls er mal nicht die Pratze trifft, sondern mein Kinn oder das Gesicht.

Nach der Box-Session fragte ich nun, ob denn nun alles raus sei, mit einem leichten Grinsen im Gesicht. Erleichtert antwortete der Kunde mir mit einem „JA“. Er erzählte von selbst ein weinig aus seiner Firma, und es stellte sich tatsächlich heraus, er nahm seinen Job mit nachhause und war deshalb zeitweise unkonzentriert.

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Core-Performance Training | Düsseldorf

Der Fortschritt

In den darauf folgenden Wochen verbesserte sich sein Training Zug um Zug, das Boxen war ein fester Bestandteil seines Trainings geworden.

Da es nun auch anders funktioniert kam sogar so etwas wie Spaß am Training auf. Nach ca. 1,5 Jahren Training, er hatte sich nun deutlich verbessert, teilte mir seine Frau mit das sie jetzt aus dem Training aussteige, ihr Mann jedoch so weiter mache wie bisher. Schon nach wenigen Wochen war er sichtlich entspannter und es traten immer mehr Verbesserungen ein. Von Zeit zu Zeit erhöhte ich den Schwierigkeitsgrad vom Ablauf her oder ich erhöhte die Komplexität der Übungen. Im Laufe der Zeit entwickelte der Kunde einen Ehrgeiz, den ich mir bei ihm nicht hätte vorstellen können. Ich hatte ihn sogar eine Zeit lang so eingeschätzt, dass er aufhören würde weil zu viel in Sachen Koordination und Motorik einfach nicht funktionierte.

Fazit

Jeder Kunde, auch wenn er über einen längeren Zeitraum gewisse Übungen nicht so ausführen kann, ist nicht nur eine Herausforderung für mich, sondern er ist es Wert dass man ihm hilft bis er es schafft. Das habe ich mir mit Beginn meiner Tätigkeit als Personal Trainer auf die Fahne geschrieben.

Heute trainiert der Kunde mit Freude, und er schafft es fast jede Übungen so auszuführen wie es korrekt ist. Koordination und Motorik haben sich sehr verbessert und aus dem ehemals etwas zu lockeren Gang ist ein sicherer, fester geworden. Der Kunde macht heute Übungen mit Bällen, die schaffen selbst Leute nicht die schon länger trainieren.

Mitarbeiter und Geschäftspartnern ist das im Laufe der Zeit aufgefallen das sich etwas verändert hat an ihrem Boss. Und natürlich haben sie ihn auch alle gefragt, was er tut das so eine Veränderung eingetreten ist.

 

Antwort: Ich habe regelmäßig meinen Personal Trainer der mich fit macht.

Euer Personal Trainer, Wolf Hoffmann

Düsseldorf / Meerbusch

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